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II. Kapitel: Wessen "Geschichte" ist es eigentlich?

Lowry Heath W.*
Die Hintergrundsgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren
 

 .iÇà`="justify">Ambassador Morgenthau’s Story sind zwei Kollektionen erhaltener Morgenthau-Schriftstücke: Eine ist in der Library of Congress in Washington, D.C., untergebracht und als The Papers of Henry Morgenthau bekannt (im folgenden: LC: PHM);[12] die andere ist Teil der Schriftstücke Henry Morgenthau, Juniors, in der Franklin Delano Roosevelt Presidential Library im Hyde Park (im folgenden: FDR: HMS)[13] Diese zwei Sammiungen, die buchstäblich zehntaus end e von Dokumenten umfassen, müssen durch viele verschiedene veröffentlichte und unveröffentlichte Materialien ergänzt werden, von denen die wichtigsten Schriftstücke des b ekannten Pulitzer- Preisträgers, Journalisten, Biographen und Historikers Burton J. Hendrick sind.[14] Denn Botschafter Morgenthau brauchte nicht nur die Zustimmung Präsident Wilsons, um den Plan für das Buch, das seinen Namen trägt, durchzuführen, vielmehr benötigte er die erfahrene Hand Burton J. Hendricks, urn das betreffende Buch überhaupt schreiben zu können. Tatsächlich wird deutlich, daß das eigentliche Konzept des Buches von Hendrick stammte, der es Morgenthau erstmalig irn April 1916 vorschlug.[15] Erst nach Ùberprüfung mehrerer tausend Briefe und Dokumente der oben erwähnten Kollektionen kristalisiert sich schließlich der ziemlich dunkle Ursprung des Werkes heraus. Urn die vielen Fäden zu entwirren, die zu Ambassador Morgenthau’s Story führen, muß man mit der Untersuchung der verschiedenen Quellen begonnen, auf denen sie basiert.

An erster und wichtigster Stelle steht eine maschinengeschriebene Diary-Abschrift mit dem Namen [“Tagebuch”], das die tatsächliche Dauer von Morgenthaus Aufenthalt in Istanbul (Konstantinopel) umfaßt, d.h. den Zeitraum vom 27. November 1913 (Datum von Morgenthaus Ankunft in der osmanischen Haupstadt) bis zu seiner Abreise aus der Türkei am 1. Februar 1916,[16] also eine Zeitspanne von 26 Monaten. Aus dem Inhalt, besonders aber aus Morgenthaus Bemerkungen über das Diktieren an seinen Sekretär, elnen Turko-Armenier mit Namen Hagop S. Andonian,[17] geht hervor, daß Morgenthau seine täglichen Erlebnisse Andonian erzählte, der diese dann seinerseits in maschinengeschriebener Form für die Nachwelt festhielt. Obwohl äußerst e detailliert geschildert, besonders was seine Kontakte mit den Führern der Jungen Türken Said Halim Pasha, Enver Pasha und Talaat Bey anbetrifft, so finden sich doch wenige Ubereinstimmungen (was nachfoigend noch aufgezeigt werden soll) zwischen der Version der Ereignisse, wie sie in seinem “Tagebuch” aufgezeichnet sind, und der Beschreibung derselben Zusammentreffen und Diskussionen, die in Ambassador Morgenthau’s Story erzählt werden. Trotz dieses Problems kann kein Zweifel daran bestehen, daß das wichtigste Quellenmaterial, auf dem das Buch beruht, die täglichen Eintragungen des “Tagebuches” sind.

Zusätziich zu seinem “Tagebuch”, und größtenteils hierauf basierend, war es Morgenthaus Gewohnheit, einen ausführlichen wöchentlichen Brief in Form eines “Rundschreibens” an verschiedene, daheim in den Vereinigten Staaten gebliebene Familienmitglieder e zu schreiben.[18] Diese Briefe wurden ebenfalls von Hagop S. Andonian abgefaßt und sogar oft, wie Morgentha.u uns in einem Brief vom 11. Mai 1915 mitteilt, in der Tat von ihm geschrieb en:

“Es ist wirklich unmöglich für mich, mich hinzusetzen und in Ruhe elnen Brief zu diktieren. So habe ich Andonian angewiesen, mein Tagebuch zu nehmen und es zusammen mit einigen seiner eigenen Darstellungen zu kopieren. Dieses befreit mich selbstverständlich von jeglicher Verantwortung für etwalge Fehler.”[19]

Es handelt sich also urn eine Kombination von Morgenthaus “Tagebuch” und “Briefen”, die als grundlegendes Rohmaterial dienten, aus dem das Werk schließlich zusammengetragen wurde. Diese beiden Quellen wurden manchmal durch Kopien konkreter Berichte, die Morgenthau in Konstantinopel erhielt oder die von ihm nach Washington, D.C., gesandt wurden, ergänzt.[20] Anders ausgedrückt, sie bildeten das Gerüst, auf das sich das fertige Produkt stützen solite.

Botschafter Morgenthau Henry

Amerikanischer Entsandter in der Türkei, November 1913 - Januar 1916. Das Foto entstand kurz vor seiner Abreise aus der Türkei.

(Mit freundlicher Genehmigung des, amerikanischen Generalkonsuls Thomas Carolart, Istanbul, Türkei.)

Sich diesen Hintergrund yor Augen haltend, müssen wir uns jetzt der Untersuchung, in weicher Art und Weise das Buch denn tatsächlich geschr?eben wurde, zuwenden, und der noch komplexeren Frage, von wem es geschrieben wurde. In dieser Hinsicht läßt sich feststellen, daß der Autor in jeder Ausgabe immer Henry Morgenthau hieß. Und bis heute — 72 Jahre nach ihrem Erscheinen —hat niemand in gedruckter Form der Vermutung Ausdruck verliehen, jemand anders als Morgenthau habe Ambassador Morgenthau’s Story geschrieben.[21] Trotz dieser Tatsache gibt es ausreichend vereinzeit auftretende Anhaltspunkte in dem erhaltenen Morgenthau-Material, die uns Hinweise auf die wahre Identität des Buchautors geben.

Zuallererst findet sich eine von Mortgenthau ausgesprochene Danksagung im “Vorwort” der amerikanisehen als auch der britischen Ausgabe, in der er schreibt: “Mein Dank gebührt meinem Freund Mr. Burton J. Hendrick für seine unschätzbare Mitarbeit bei der Vorbereitung dieses Buches.”[22] Diese Anerkennung ist, milde ausgedrückt, eine Untertreibung. Denn tatsächlich entstand Ambassador Morgenthau’s Story aus der Feder Burton J. Hendricks unter redaktioneller Mitarbeit einer großen Anzahl von Personen, Morgenthau selbst eingeschlossen. Außerdem wurde er von seinem armenischen Sekretär Hagop S. Andonian unterstützt, der Morgenthau in die Staaten folgte und mit ihm während der Zeit, in der das Buch vorbereitet wurde, zusammenlebte.

Hagop S. Andonian

Botschafter Morgenthaus Sekretär, der diesen 1916 zurück in die Vereinig ten Staaten beg le it ele. Seine Dienste bet der Vorbereitung von Ambassador Morgenthau’s Story wurden von seinem Arbeitgeber als “wirklich unersätzlich” bezeichnet.

Über das Leben von Hagop S. Andonian ist wenig hekannt. Anläßlich zahireicher Gelegenheiten, bei denen sein Name sowohi im “Tagebuch’ als auch in den “Briefen” erscheint, bezeichnet Morgenthau ihn gewöhnlich als “meinen Sekretär”, obwohl er gelegentlich auch eindeutig die Rolle des “Dragoman” (Dolmetscher) erfüllte.[23] Das “Tagebuch” belegt die Tatsache, daß er ein regelmäßiger Gast an Morgenthaus Tisch war und den Botschafter am Abend oft ins Kino begleitete. Ein in Morgenthaus “Familienbrief’ vom 15. Juli 1914[24] zu findender Hinweis besagt, daß Andonian um die Jahrhundertwende das unter amerikanischer Leitung stehende Robert College besuchte. Eine erhaltene Photographie aus der Zeit, in der Morgenthau das Amt des Botschafters bekleidete, zeigt ihn als einen sich zur damaligen Zeit in den frühen Dreißigern befindlichen Mann. Obwohl offensichtlich kein spezieller Hinweis erhalten geblieben ist, der Licht auf die Frage werfen könnte, waru?n er zusammen mit Morgenthau in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, belegt eine “Tagebucheintragung” vom 8. Februar 1916 deutlich, daß er die Türkei zusammen mit dem Botschafter verlassen hat. Zu diesem Zeitpunkt schreibt Morgenthau anläßlich der Beschreibung eines Kostümballs an Bord des Schiffes nach New York, daß sein Sohn “Henry als Grieche verkleidet war und Andonian als türkische Dame”.[25] Unter der erhaltenen Morgenthau-Korrespondenz findet sich die Kopie eines Briefes, den der Botschafter am 9. Januar 1918 an Seine Eminenz Breckenridge Long, den dritten stellvertretenden Staatssekretär, schrieb, und in dem er diesen urn Hilfe bei der Zurückstellung seines Sekretärs Mr. Hagop S. Andonian vom Militärdienst bat, Dieser Brief beinhaltet folgende Passage:

“Sie wissen wahrscheinlich urn melnen Plan, mit Billigung des Prüsidenten ein Buch zu sehreiben. Mr. Andonian ist mir bei der Vorbereitung dieses Werkes behilflich, und aufgrund seiner gründlichen Kenntnis des Ostens und seiner ungewöhnlichen Erfahrung sind seine Dienste für mich unersetzbar.”[26]

Diese Stelle legt drei interessante Fakten fest: a) Einer der Gründe für Andonians Aufenthalt in den Vereinigten Staaten war, Morgenthau bei seinem Buch behilflich zu sein; b) die eigentlich Arbeit an dem Buch begann am 9. Januar 1918; und c) Im Jahr 1918 solite Andonian seinen Militärdienst ableisten.

Es finden sich auch drei kurze Hinweise auf Andonian in Morgenthaus Tagebuch/ Terminkalender von 1918: 1) ein Eintrag vom 26. April 1918, der lautet: “Im Yale Club an Andonian diktiert and Fahnen der zweiten Episode des nächsten Buches überprüft”; 2) eine Eintragung vom 17. April 1918: “Ganzen Tag über Andonian und Hendrick diktiert”; und 3) eine Notiz vom 9. September 1918, die nur zwei Worte umfaßt: “Andonian abgereist.”[27] Die nächsten und letzten Hinweise auf Andonian in Morgenthaus Briefen sind zwei handschriftliche Briefe jeweils vorn 16. Dezember 1920 und 24. Dezember 1920.[28] In einem in Istanbul verfaßten Brief, dessen Kopf die Namen Haig, Nichan, Hagop Andonian trägt und deren Rollen als Agenten der Sun Insurance Company und Immobilienmakier aufzählt, versucht Andonian herauszufinden, ob die zur damaligen Zeit in der osmanischen Hauptstadt kursierenden Gerüchte, Morgenthau solle vom Amerikanischen Präsidenten als Vermittler zwischen den Streitkräften der Kemalisten und Armenier ernannt werden, der Wahrheit entsprechen. Falls sich dieses als wahr herausstellen sollte (was nicht der Fall war), bot Andonian Morgenthau seine Dienste an.

Jedermann, der mit turko-armenischer Geschichte der Nachkriegszeit vertraut ist, stellt sich sofort die Frage einer möglichen Beziehung zwischen Morgenthaus Sekretär Hagop S. Andonian und Aram Andonian, dem Autor einer Sammlung gefälschter Dokumente, bekannt als: The Memoirs of Naim Bey: Turkish Official Documents Relating to the Deportations and Massacres, of Armenians, London (Hodder & Stoughton), 1920. Beide waren gebürtige Istanbuler und teilten den ziemlich ungewöhlichen Nachnamen Andonian, was in der Tat die Möglichkeit einer Verwandtschaft zwischen den beiden aufwirft. Bis heute konnten aber keine weiteren Hinweise zu dieser Frage entdeckt werden.

Arshag K. Schmavonian

Rechtsberater der Amerikanischen Botschaft, Konstantinopel, von Morgenthau als “immer durch und durch loyal gegenüber seinem eigenen Volk, den Armeniern” bezeichnet.

Eine weitere Schlüsselfigur, die einen beträchtlichen Anteil an der Vorbereitung des Buches hatte, ist Arshag K. Schmavonian, noch ein Turko-Armenier, der 1918 als Sonderberater im Dienst des State Department in Washington, D.C., stand und der als Morgenthaus Übersetzer in Istanbul gearbeitet und ihn auf allen seinen Zusammentreffen mit türkischen Funktionären begleitet hatte. Schmavonians Rolle als Freund, Vertrauter und Berater Morgenthaus sowohl während dessen Aufenthalts in Istanbul als auch danach ist in den verschiedenen erhaltengebliebenen Morgenthau-Schriftstücken leicht nachweisbar. Beinahe vom Tag seiner Ankunft in der Türkei an verließ sich Morgenthau tatsächlich auf Schmavonian als “seine Augen und Ohren” in einer Umgebung, die ihm in Anbetracht der Tatsache, daß er keine der vier wichtigsten in der osrnanischen Hauptstadt gesprochenen Sprachen (Türkisch, Französisch, Griechisch und Armenisch) beherrschte, sehr fremd erscheinen mußte. Schon kurz nach seiner Ankunft in der Türkei im Jahr 1914 bekannte Morgenthau in einem interview mit einem Korrespondenten des The New York Herald seine Abhängigkeit von Schmavonian mit folgenden Worten:

“Es wird meine Pflicht sein, mich bis auf den Grund der mich umgebenden Dinge vorzuarbeiten. Mit Hilfe des Rechtsberaters der Botschaft, Mr. Schmavonian, der den Orient sehr genau kennt, werde lch diese Aufgabe in einer mehr oder minder befriedigenden Weise in einigen Wochen lösen können.”[29]

Es findet sich kaum eine Seite in Morgenthaus “Tagebuch”, die nicht einen Hinweis auf Arshag K. Schmavonian enthält.[30] Er begleitete Morgenthau auf fast jedem seiner Besuche bei der Regierung der Jungen Türken, er wohnte Morgenthaus Treffen mit amerikanischen Geschäftsleuten (von denen ihn viele mit der Regelung ihrer rechtlichen Angelegenheiten in der Türkei betraut hatten) bei, er nahm an allen Sitzungen amerikanischer Missionarskreise teil (deren rechtliche Angelegenheiten er ebenfalls regelte), und half Morgenthau auch beim Verfassen seiner Telegramme nach Washington, D.C. Die National Archives in Washington, D.C., beherbergen eine Kollektion der Schmavonian-Schriftstücke.[31] Obwohl diese Schriftstücke größtenteils von Schmavonians Vertretung verschiedener amerikanischer Geschäfts- und Missionarskreise handeln, enthalten sie auch einige handschriftliche Notizen von Morgenthau an Schmavonian, die allesamt die Anrede “Mein lieber Mr. Schmavonian” tragen. In den Morgenthau-Schriftstücken findet sich ebenfalls eine große Anzahl von Briefen von Arshag Schmavonian an Botsehafter Morgenthau aus dem Zeitraum 1914-1921.[32] Alle vor 1919 verfaßten Briefe tragen die Anrede “Lieber Chef".

Das Ausmaß, in dem Morgenthau auf seinen armenischen Berater vertraute, wird teilweise aus einer Rede ersichtlich, die er anläßlich der Gründung eines Unterstützungsfonds für Armenier und Syrer hielt. Über Schmavonian schrieb er:

“Den ersten Mann, den lch an der Botschaft traf und auf dessen Hilfe jeglicher Art lch mich verlassen konnte, der Mann, der die tagtäglichen Angelegenheiten der Amerikanisehen Botschaft regelte, ist ein Armenier [Schmavonian]. Er ist seit 16 Jahren mit unserer Botschaft verbunden. Meiner Meinung nach ist er ein ungewöhnlicher Mann, der von der türkischen Obrigkeit hoch geschätzt wird. Mein Privatsekretär [Andonian] war auch Armenier.

Durch diese beiden Männer machte lch die Bekanntschaft einiger armenischer Priester, Patrioten und Professoren und lernte viele der Armenier nicht nur respektieren, sondern lieben und bewundern.”[33]

Diese Beziehung endete auch nicht mit Morgenthaus Abreise aus der Türkei. Die beiden trafen sich 1917 wieder, als Morgenthau von Präsident Wilson nach Europa entsandt wurde und Schmavonian sich ihm wieder in der Rolle des Übersetzers anschloß. Nach Abruch der Beziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten wurde Mr. Schmavonian dann Ende 1917 nach Washington, D.C., versetzt, wo er bis zu seinem Tod im Januar 1922 in der Eigenschaft als Sonderberater blieb. Morgenthau schrieb zum Gedenken an ihn eine bewegende Achtungsbezeigung, die die enge Verbindung zwischen ihnen veranschaulicht:

“Beim Zusammentreffen mit Mr. Schmavonian sah lch zu meinem Entzücken das überschwengliche Lob meiner Vorgänger [Botschafter Straus und Rockhill] nicht nur gänzlich bestätigt, sondern stellte fest, daß sie ihm nicht hinreichend gerecht geworden waren. Alle Traditionen des Amtes hatte er äußerst methodisch im Gedächtnis gespeichert und machte sie mir jederzeit, Tag und Nacht, sofort zugänglich. Gleiches galt für alle amerikanischen Missionars- und Ausbildungs-aktivitäten in der Türkei. Er war in so hohem Maße aufrecht und unbedingt wahrheitsliebend, daß jedermann, mit dem er in Kontakt kam, sofort seine wahren Qualitäten erkannte und bald ihren Besitzer lieben Iernte.

Er war ein wunderbarer Gesellschaftler und bereicherte durch seine Gegenwart jede Zusammenkunft. Die Dienste, die er der Regierung der Vereinigten Staaten und allen Botschaftern in Konstantinopel, Missionars- und amerikanischen Geschäftskreisen und der armenischen und jüdischen Bevölkerung in der Türkei erwiesen hat, sind unübertroffen.

Er war allzu bescheiden und verlangte nie irgendwelche Anerkennung. Seine Hingabe an seine Mutter und seinen Dienst füllte ihn vollkommen aus, und er war immer durch und durch loyal gegenüber seinem eigenen Volk, den Armeniern.

Die Vereinigten Staaten haben einen ihrer treuesten Diener verloren und ich einen meiner liebsten Freunde.”[34]

Eine Vorstellung von dem Umfang der Rolle, die Schmavonian bei der Ausgestaltung von Ambassador Morgenthau’s Story spielte, läßt sich aus einer Untersuchung der erhaltenen Korrespondenz zwischen ihm und Morgenthau aus der Zeit, in der das Buch geschrieben wurde, gewinnen:

a) Schmavonians Brief vom 16. Januar 1918 an Morgenthau, in dem er auf eine frühere Anfrage nach Namen und Titeln verschiedener osmanischer Kabinettsmitglieder während Morgenthaus Amtszeit antwortet.[35]

b) Morgenthaus Brief vom 26. Januar 1918 an Schmavonian, in dem er diesen bittet, auf von Morgenthau aus der Türkei gesandten Telegrammen und Depeschen an das Department of State basierende Fakten bereitzustellen.[36]

c) Die Anlage eines Briefes vom 29. August 1918, die vom State Department angefertigte Kommentare zu Morgenthaus Manuskript enhält, scheint ebenfalls von Schmavonian verfaßt worden zu sein, was die Möglichkeit nahelegt, daß er (wie logischerweise zu erwarten war) der für die Kommentare zur Vorlage von Morgenthaus Buch verantwortliche Beamte des Departments gewesen ist.[37]

d) Der Brief Morgenthaus vom 3. September 1918 an Schmavonian besagt klar und deutlich, daß Schmavonian derjenige war, der zu Morgenthaus Manuskript Stellung nahm. Morgenthau schreibt:

“Mit dieser Sendung übersende lch Ihnen unseren Artikel Nr. 7, die erste Hälfte der armenischen Geschichte... lch hoffe, daß Sie in Ihrer gutmütigen und entgegenkommenden Art einlge Überstunden machen werden, und lch verspreche Ihnen, daß lch keine weiteren Bücher sehreiben werde, die der Zustimmung des State Department bedürfen.”[38]

Kurzgesagt, Schrnavonian war Morgenthaus wichtigster Gehilfe sowohl während seiner Amtszeit in der Türkei als auch während der Monate im Jahr 1918, in denen Ambassador Morgenthau’s Story geschrieben wurde. Er war sogar vom State Department beauftragt, die Genehmigung zu Morgenthaus Buch zu geben.

Trotz seiner Bedeutung in jeder erdenklichen Pfase des Projekts wird er nicht namentlich in Ambassador Morgenthau’s Story erwähnt; ein Versehen, das schwer verständlich ist. Dieses trifft besonders angesichts der Tatsache zu, daß sein Name in Morgenthaus Autobiographie All In A Life Time aus dem Jahr 1922 erwähnt wird. In diesern Buch, das Morgenthau in Zusammenarbeit mit French Strother schrieb, erscheint Schmavonian als (was er in Wirklichkeit war) enger Vertrauter Morgenthaus.[39] Ist es möglich, daß Morgenthau dachte, ein Hinweis auf seine Abhängigkeit von seinen armenischen Assistenten (Andonian wird auch nicht erwähnt) könne seltsam in einem Buch anmuten, das teilweise der Armenischen Frage gewidmet ist?

Ein weiterer Teilhaber an dem Projekt war der Secretary of State Robert Lansing, der (auf Geheiß des Präsidenten?) jedes einzelne Kapitel des sich in Arbeit befindlichen Buches las und kommentierte.

Die Frage, welche Rolle Lansing spielte, soll weiter unten beantwortet werden; eine Reihe von Briefen aus der Entstehungszeit des Buches schildern jedoch ausführlich, daß diese nicht unerheblich war:

a) Lansings Brief an Morgenthau vom 2. April 1918, in dem der Sekretär schreibt: “Hiermit gebe ich Ihnen den ersten Teil der Probe Ihres Buches zurück, das ich mit besonderem Interesse gelesen habe... Ich habe verschiedene Randbemerkungen gemacht, in denen ich bestimmte Anderungen oder Textauslassungen vors chlage, und ich vertraue darauf, daß Sie diesen zustimmern werden”;
b) Lansings Brief an Morgenthau vom 27. April 1918, einen anderen Teil des Manuskriptenwurfs begleitend, “verbunden mit einigen Vorschlägen, die wir uns nach sorgfältiger Überlegung getrauen zu machen”;
c) Lansings Brief an Morgenthau vom 29. August 1918, zusammen mit Probeblättern und weiteren Vorschlägen;
d) Lansings Brief an Morgenthau vom 17. September 1918 mit ‘Vorschlägen und Bemerkungen”;
e) Morgenthaus Brief an Lansing vorn 22. September 1918, in dem er um Erlaubnis bittet, im Vorwort zu dem veröffentlichten Buch eine Danksagung für die “Mühen, die Secretary of State Robert Lansing beirn Lesen des Manuskripts auf sich genommen hat, und Mr seine vielen nützlichen und wohlüberlegten Vorschläge” auszusprechen.
f) Lansings Brief an Morgenthau vorn 2. Oktober 1918, in dem er Morgenthaus Wunsch, ihrn für seine Mitarbeit an dem Buch zu danken, zurückweist, da “es im großen und ganzen ratsamer ist, meinen Narnen in Verbindung mit dem Buch nicht zu nennen”.[40]

Erinnert man sich der Tatsache, daß Morgenthau yor Aufnahme seines Projekts den schriftlichen Segen des Präsidenten der Vereinigten Staaten Woodrow Wilson erhielt und daß im Laufe der Arbeit jedem einzelnen Kapitel der persönliche Stempel der Zustimrnung des U.S. Secretary of State Robert Lansing aufgesetzt wurde, wird klar, daß man sagen kann, Morgenthaus Buch trage die Imprimatur der Regierung der Vereinigten Staaten.

Hiernach wird deutlich, daß jedweder literarische Wert des Werkes - und alle seine Kritiker fanden es in der Tat lesenswert - einzig und allein der Verdienst Hendricks ist. Obwohl Hendrick nie die ihrn gebührende Ehre in Form offener Anerkennung seiner Rolie als Geisterautor der Geschichte zuerkannt wurde, so ist er doch, wie ein an ihn gerichteter erhaltener Brief Morgenthaus vom 5. Juli 1918 beweist, gut für seine Mühen bezahlt worden. Anstelle eines formalen Vertrags, der offensichtlich nie zwischen den beiden Männern bestanden hat, schrieb Morgenthau folgendes an Hendrick:

“Ich möchte hiermit schriftlich meine Absicht niederlegen, lhnen einen Teil des Gewinnes aus dem Buch Ambassador Morgenthau’s Story, das in Kürze bei Doubleday, Page & Company, erscheinen wird, zukommen zu lassen.

Die endgüitige Vereinbarung soil getroffen werden, wenn Ihre Arbeit an dem Buch beendet ist. Sollte mir in der Zwischenzeit etwas zustoßen, so weise ich meine Testamentsvollstrecker hiermit an zu veranlassen, daß Sie zwel Fünftel jedweder mir zustehenden Einkünfte von Doubleday, Page & Company, erhalten sollen bis zum Gesamtbetrag von zehntausend (10.000) Dollar, und daß die ersten mir zukommenden fünftausend (5.000) Dollar als Teilzahlung an Sie überwiesen werden sollen.”[41]

Hendrick, eine Persönlickeit, die voll und ganz einer eingehend en eigenständigen Untersuchung wert wäre, muß wohl mit dem bei Abschluß des Buches gemachten ietzten Arrangement vollauf zufrieden gewesen sein. Aufgrund einer Rechnung, die in den Morgenthau-Schr?ftstücken erhalten geblieben ist, müssen wir vermuten, daß das letzte Arrangement - wie immer es ausgesehen haben mag - Hendrick einen 40%igen Anteil an dem Buch auf dessen Lebensdauer garantierte. Sie beweist, daß im Zeitraum vom 2. Januar 1932 bis 1. Juli 1932, d.h. 14 Jahre nach Erstveröffentlichung des Buches, Ambassador Morgenthau’s Story noch immer in Druck war. Sie registrierte in diesem sechsmonatigen Zeitraum eine Verkaufsgesamtsumme von 2,00 Dollar, deren 50%iger Anteil des Autors, d.h. 1,00 Dollar, wie folgt aufgeteilt war:

Mr. Burton J. Hendricks 40%iger Anteil … 40 Cent
Mr. Henry Morgenthaus 60%iger Anteil … 60 Cent[42]

So verschaffte die amerikanische Ausgabe des Buches also 14 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung Hendrick und Morgenthau noch immer ein Einkommen. Was Hendricks Meinung betrifft, wurde sie in einern Interview “mündlicher Geschichte” aufgenommen, daß er dem Historiker Alan Nevins von der Columbia University einige Monate vor seinem Tod 1949 gab. Er sagte:

“Einmal habe lch als “Geisterautor” geschrieben. Das waren die Reminiszenzen des älteren Henry Morgenthau. Jenes Buch erweckte ziemliches Interesse. lch arbeitete die ganze Zeit über mit Henry zusammen.

Er war eine interessante Persönlichkeit. Henry Morgenthau war ein sehr fähiger Mensch, gesellig und gutartig und ein äußerst erfolgreicher Mann. Er machte hier in New York natürlich ein Vermögen im Immobiliengeschäft... Das Schreiben der Bücher über Sims und Morgenthau war sehr interessant - mehr oder weniger wie ein Job...“[43]

Hendrick[44], der in den 10 Jahren nach Veröffentlichung des Morgenthau-Buches drei Pulitzerpreise erhalten sollte - einen für das Buch The Victory at Sea (Gewinner des Pulitzerpreises 1920 für Geschichte), das in Zusammenarbeit mit Admiral William S. Sims entstand, und zwei für Biographie: für sein 1922 erschienenes Buch The Life and Letters of Walter H. Page und 1928 für den zweiten Page-Band mit dem Titel: The Training of an American - war bereits 1918 ein bekannter Journalist, der zeitweilig als Leitartikelautor für The New York Evening Post, McCure’s Magazine und The World’s Work gearbeitet hatte. Mit den Worten des für die New York Times arbeitenden Verfassers seines Nachrufs entwickelte Hendrick in diesen Stellungen “einen guten Ruf für seine sorgfältige Gewissenhaftigkeit, aufflichtigen Ideen und Humor und entdeckte seine Freude an Nachforschungen über Themen von großem historischen Interesse.” Die in der Times erschienene Todesanzeige führt weiter aus, daß “Kritiker seiner Biographien und historischen Darstellungen fast durchweg betonten, seine Frische und scharfsinnigen Analysen trügen das Merkmal seiner früheren journalistischen Ausbildung.”[45]

Ironischerweise empfand wenigstens ein Kritiker von Ambassador Morgenthau’s Story – ein W.W.K. - daß Morgenthau einen Mitarbeiter mit journalistischer Erfahrung gehabt haben muß. In der Ausgabe vom 5. Dezember 1918 schreibt er in den Detroit Michigan News:

“... Henry Morgenthau, unser Botschafter in der Türkei während des ersten Kriegsjahres, ist entweder der geborene Journalist oder hat bei der Vorbereitung seines Bandes die Hilfe etnes Journalisten gehabt; ‘Ambassador Morgenthau’s Story’ ist nämlich reiner Joumalismus…“[46]

***

Was wir vor uns haben, sind weniger die Mernoiren eines Individuums - Botschafter Henry Morgenthaus - sondern ein Kollektivwerk des bereits erwähnten ‘Teams’. Morgenthaus Istanbuler Notizen (sein “Tagebuch” und seine “Familienbriefe”) sind zuerst von Morgenthau und Andonian zusammen mit Hendrick überarbeitet, von Schmavonian (im Auftrag des State Department) inhaltlich redigiert, dann von Secretary of State Robert Lansing (im Auftrag der Exekutiven) auf “Feinheiten” abgestimmt, und schließlich als Ambassador Morgenthau’s Story von Burton J. Hendrick niedergeschrieben worden.

Wie unsere weitere Untersuchung zeigen wird, ist die Antwort auf die Frage, wessen Geschichte es wirklich ist, die, daß es sich um eine Kollektiv-geschichte handelt, die nur in oberflächlicher Beziehung zu dem steht, was Henry Morgenthau tatsächlich während seiner Amtszeit in der Türkei erlebte.

 


 

[12] Siehe Fußnote 1 oben.
[13] Siehe Fußnote 3 oben.
[14] Siehe Fußnote 5 oben.
[15] FDR: HMS - Boxnr. 9: Burton J. Hendricks Brief vom 7. April 1916 an Henry Morgenthau, in dem sich Hendrick auf Diskussionen mit Morgenthau über die Möglichkeit der Veröffentlichung eines Buches durch Doubleday, Page & Co., das in einer Serie “persönlicher Erzählungen aller Persönlichkeiten, die in diesem Krieg eine Rolle gespielt haben” erscheinen sollte, bezieht. Dieses ist offensichtlich das älteste erhaltene Dokument, das speziell auf das Buchprojekt Bezug nimmt.
[16] LC: PHM - Spulennr. 5 (Behãlter 3 & 4): Sie enthalten die einzige bekannte Kopie dieser täglichen Eintragungen über Morgenthaus Aufenthalt in der Türkei. Einfach als “Tagebuch” bezeichnet, gibt dieses Dokument einen tagtäglichen Bericht über Morgenthaus Aktivitäten während seiner Zeit in Konstantinopel. Soweit in dieser Studie zitiert, habe ich die folgenden Informationen aufgelistet: LC: PHM -Spulennr. 5: Datum des “Tagebuches”. Alle Hinweise im Text auf das “Tagebuch” beziehen sich auf diese Hauptinformationsquelle über Morgenthus tagtägliche Eintragungen seiner damaligen Aktivitäten.
[17] Hinweise dieser Art beinhalten folgendes: LC: PHM - Spulennr. 5: Datum der ”Tagebucheintragungen” vom 25. September 1914 bis 19. Februar 1915. Die Eintragung vom 8. Juli 1915 lautet: “Wir haben von 7.15 bis 8 Uhr an dem Buch gearbeitet, Dann haben Schmavonian und Wirth mit mir zu Abend gegessen.” Dieser Abschnitt läßt zwei Möglichkeiten zu: a) Daß außer Andonian noch andere bei der Zusammenstellung des “Tagebuches” mitgewirkt haben, oder b) dass Morgenthaus “Tagebuch” die ganze Zeit über als Entwurf für das Buch, das er veröffentlichen wollte, gedacht war. In Anbetracht der Tatsache, daß er offensichtlich zu keinem anderen Zeitpunkt seines Lebens ein solch detailliertes “Tagebuch” geführt hat, mag diese Interpretation auch zutreffend sein.
[18] Kopien von Morgenthaus Briefen sind in erster Linie in zwei getrennten Abteilungen (Serien) der FDR Library – Morgenthau-Schriftstücke zu finden. Sie sind besonders in der FDR: HMS – Boxen 5, 7, 8, 10 und der FDR: HM/Gaer - Boxnrn. 1-2 vorhanden. Während sie für den Zeitabschnitt, den sie beschreiben, deutlich auf den “Tagebuch eintragungen” beruhen, finden sich oft zusätzliche Daten in den ”Briefen”, so daß sie eine nützliche Ergänzung zu den manchmal lakonischen “Tagebucheintragungen” darstellen.
[19] FDR: HMS - Box 7: HM Brief vom 11. Mai 1915 an seine Kinder. Daß dieser Kommentar sich nicht nur auf den Brief vom 11. Mai 1915 bezieht, wird durch FDR: HM/Gaer - Box 1-2: HM Brief vom 1. September 1915 an Henry Morgenthau, Jr. bestätigt, in dem folgendes steht: “Ich schicke Euch eine der Kopien des allgemeinen Briefes, den Andonian kürzlich geschrieben hat. Tadelt mich also nicht, er sei zu unpersönlich und skelettartig.” Bei andener Gelegenheit findet sich folgendes in einem Brief: “Ich weiß nicht, ob Ihr Leute überhaupt den stilistischen Unterschied zwischen diesem Brief und den vorherigen bemerkt habt. Diesen hier habe ich selbst diktiert und dabei die lediglich skelettartigen Notizen, die ich Andonian gab und aus denen die vorherigen Briefe entstanden sind, erweitert.” (FDR: HMS -Boxnr. 8: Brief vom 13.7.1915, S. 15).
[20] Kopien und Paraphrasen und Morgenthaus telegraphische Korrespondenz finden sich verstreut in LC: PHM - Siehe besonders Spulennr. 5, 7, 8, 17. Dieses Material wurde mit den Kopien Morgenthaus offizieller Berichte, die in den National Archives in Washington, D.C., aufbewahrt wenden, verglichen. Insbesondere: Aufzeichnungsgruppe 59 - Allgemeine Aufzeichnungen des Department of State: Dezimalakte 87.4 106 - “Rassenprobleme“ (Mikro-filmveröffentlichung 353: Spulen 43-48).
[21] Henry Morgenthau, Ambassador Morgenthau’s Story. New York (Doubleday, Page & Co.), 1918 (im folgenden: AMS).
[22] AMS: S. vii.
[23] LC: HMS - Spulennr. 5 für den 15.-16. März 1915, an denen Andonian Morgenthau in dieser Eigenschaft zu den Dardanellen begleitete.
[24] FDR HMS - Boxnrn. 5.
[25] LC: PHM - Spulennr. 5.
[26] LC: PHM - Spulennr. 8.
[27] LC: PHM - Spulennr. 6.
[28] FDR: HMS - Spulennr. 13.
[29] LC: PHM - Spulennr. 37 - Datum unleserlich.
[30] LC: PHM - Spulennr. 5.
[31] National Archives: Aufzeichnungsgruppe Nr. 84 – Persönliche Korrespondenz Arshag K. Schmavonians - 4 Boxen.
[32] FDR: HMS - Boxnrn. 5 (17 Briefe von 1914), 9 (4 Briefe von 1916), 10 (2 Briefe von 1916), 12 (3 Briefe von 1919), 14 (5 Briefe von 1921).
[33] LC: PHM - Spulennr. 22.
[34] LC: PHM - Spulennr. 40.
[35] LC: PHM - Spulennr. 8.
[36] FDR: HMS - Boxnrn. 12.
[37] FDR: HMS - Boxnrn. 12.
[38] FDR: HMS - Boxnrn. 12.
[39] Henry Morgenthau (in Zusammenarbeit mit French Strother), All In A Life Time, New York (Doubleday, Page & Co.) 1922. Siehe Seiten 178, 187, 215, 216, 224, 227, 259 und 266.
[40] FDR: HMS - Boxnrn. 12.
[41] Hendrick/Rusnak: Morgenthaus Brief an Hendrick vom 5. Juli 1918.
[42] LC: PHM - Spulennr. 17.
[43] Ich bin Mr. Ronald J. Grele, Direktor des “Mündlichen Geschichtsforschungsbüros” an der Butler Library der Columbia University für eine Kopie des 62 Seiten langen Interviews von Nevin mit dem Titel: “The Reminiscences of Burton J. Hendrick” zu Dank verpflichtet. Die oben zitierte Passage wurde den Seiten 31-32 des Interviews entnommen und stellt eine Zusammenfassung von Hendricks Ausführungen dar. Zusätzlich zu dem zuvor behandelten Hendrick-Material aus der von mir als Hendrick/Rusnak Collection bezeichneten Sammlung und dem Interview von Nevins, sind weitere 75 Briefe Hendricks in den Archiven der American Academy of Arts and Letters in New York City erhalten. Ms. Nancy Hohnson, die Bibliothekarin der “AAAL”, ließ mich wissen, daß dieses Material vorwiegend aus Briefen besteht, die sich auf Hendricks Mitgliedschaft in der “AAAL” beziehen, eine Organisation, in die er 1923 gewählt wurde und dessen Mitglied er bis zu seinem Tod in 1949 blieb.
[44] Die detaillierteste Studie über Hendricks Karriere ist Robert Rusnaks unveröffentlichte Abhandlung: “To Cast Them in the Heroic Mold’: Court Biographers - The Case of Burton J. Hendrick”. Dem Autor verdanke ich eine Kopie dieser Studie. Weitere bibliographische Informationen wurden den folgenden Quellen entnommen: a) Todesanzeige: “Burton Hendrick, Historiker, 78, gestorben”, The New York Times, Freitag, den 25. März 1949, S. 23. (im Folgenden: Hendrick, Times: S. 23) b) Eintragung über Burton Jesse Hendrick in: The National Cyclopaedia of American Biography. Bd. XXXVIII., S. 476 Ann Arbor, MI (Universitäre Mikrofilme), 1967. c) Louis Filler, “Burton Jesse Hendrick”, Eintragung in The Encyclopedia Americana (internationale Ausgabe). Bd. 14, S. 91. Danbury, CT (Grolier Inc.) ND. d) Eintragung über Burton Jesse Hendrick in: Who’s Who in America, 1922-1923. Bd. 12, Seite 1482. Chicago (A.N. Marquis & Co.), 1923.
[45] Hendrick, Times: S. 23.
[46] LC: PHM - Spulennr. 40

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- Die Hintergrundsgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren
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