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III. Kapitel: Intention und Umfang der Geschichte

Lowry Heath W.*
Die Hintergrundsgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren
 

 !àm@ ="justify"> Ambassador Morgenthau’s Story, das nicht auf dem “Tagebuch” und den “Briefen” basiert, entstammt der schöpferischen journalistischen Vorstellungskraft Burton J. Hendricks, und wie viel davon wurde von Morgenthau erdichtet, um seine Absicht, ein sensationelles, die Türken und Deutschen verdammendes Buch zu schreiben, zu unterstützen und dadurch Begeisterung unter seinen amerikanischen Landsleuten für den Krieg zu erwecken? Gleichermaßen, welcher Natur ist der Beitrag des U.S. Secretary of State Robert Lansing? D.h. die Frage, beschränkte er sich darauf, diplomatische Enthüllungen Morgenthaus, die möglicherweise peinlich sein könnten, zu zensieren, oder spielte er eine aktive Rolle bei der negativen Darstellung sowohl der Türken als auch der Deutschen, um die erklärten Ziele seines Arbeitgebers, dem Präsidenten, und die des Autors zu unterstützen? Sind Morgenthaus Eindrücke der Streitigkeiten zwischen Türken und Armeniern durch seine armenischen “Augen und Ohren”, nämlich Arshag K. Schmavonian and Hagop S. Andonian, geprägt worden? Am wichtigsten ist die Frage, was waren Morgenthaus tatsächliche Eindrücke der türkischen Führer und deutschen Diplomaten, denen er während seiner Amtszeit in Konstantinopel begegnete, und inwiefern (und soweit wie möglich warum) haben sich diese Eindrücke ungefähr zwei Jahre später, als Ambassador Morgenthau’s Story geschrieben wurde, geändert?

Für diejenigen, die nicht mit Morgenthaus Buch vertraut sind, mag es hilfreich sein, die wichtigsten Themen — vier insgesamt — in Form einer Zusammenfassung aufzuführen: 1) Imperialistische Beweggründe der Deutschen involvierten die Regierung der Jungen Türken in den Krieg. 2) Die Führung der Jungen Türken, insbesondere Talaat Bey und Enver Pasha, entschlossen sich, den Krieg als Deckmantel zu benutzen, um das Osmanische Reich ein für allemal zu türkifizieren. Um dieses Ziel zu erreichen, planten und führten sie ein Komplott aus, um die armenische Bevölkerung des Osmanischen Reiches, die sie fälschlicherweise bezichtigten, ihren russischen Feind während des Krieges zu unterstützen und Vorschub zu leisten, auszurotten. 3) Henry Morgenthau war eine einsame Stimme, die unermüdlich versuchte, den bösen Talaat und Enver von ihrem schändlichen Vorhaben, die Armenier zu vernichten, abzubringen. Und 4) Morgenthaus Bemühungen scheitern einzig und allein aus dem Grund, daß der Mann, der die Türken hätte überreden können, ihre Handlungsweise zu ändern, der Deutsche Botschafter Baron Wangenheim, untätig herumsaß und sich weigerte, zugunsten der hilflosen Armenier zu sprechen.

Morgenthaus Themen erhalten durch die Tatsache Glaubwürdigkeit, daß durch seine ganze “Geschichte” hindurch — buchstäblich von Anfang bis Ende — sein Dreigespann der Bösewichte — Wangenhelm, Talaat und Enver — sich wiederholt mit eigenen Worten seiner Anklagen bezichtigt, d.h. Morgenthau gibt uns wieder und wieder mit Anführungszeichen versehene Beschreibungen in der Ich-Form von Aussagen, die diese Personen angeblich gemacht haben sollen, und die seine Behauptungen hinsichtlich ihrer Rollen untermauern. Wahrhaftig, das einzige Verbrechen, das sie nicht offen bekennen, akzeptiert man Morgenthaus Beschreibungen, ist das des “Völkermordes”, und dieses nur, weil der Ausdruck noch nicht geprägt war.

Die sich uns stellende Frage lautet, ob diese angeblichen Unterhaltungen tatsächlich in der von Morgenthau/Hendrick beschriebenen Weise stattgefunden haben. Um hierauf eine Antwort zu finden, müssen wir eine Reihe von Aussagen in dem Buch mit parallelen Beschreibungen aus dem “Tagebuch”, den “Briefen” und den von Morgenthau an den Secretary of State Lansing in Washington, D.C., gerichteten Berichten vergleichen.

Zu Beginn ist eine Tatsache unbestreitbar: Keine der in Anführungszeichen aufgeführten Aussagen im Buch, die angeblich Kommentare dieses oder jenes türkischen oder deutschen Beamten sein wollen, stützen sich auf schriftliche Aufzeichnungen. Es lassen sich einfach keine solchen Aussagen in irgendeiner der für Ambassador Morgenthau’s Story verwendeten Quellen finden. Anders ausgedrückt, die Verwendung solcher Aussagen in wörtlicher Rede ist einfach ein von Hendrick angenommener literarischer Brauch beim Erzählen von Ambassador Morgenthau’s Story. Die mit ihnen verfolgte Absicht kann nur die gewesen sein, die den verschiedenen Figuren in den Mund gelegten Worte glaubhafter erscheinen zu lassen. Obwohl dieses de facto nicht bedeutet, daß sie falsch seien, heißt es doch, daß wir sie einer weitaus sorgfältigeren Prüfung unterziehen sollten, als das bis jetzt geschehen ist.

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- Die Hintergrundsgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren
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