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VI. Kapitel: Die Bedeutung von Ambassador Morgenthau's Story Heute

Lowry Heath W.*
Die Hintergrundsgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren
 

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Gegenwärtig sehen sich amerikanische Studenten durch eine Anzahl von “Ichrplanführern über Genozid- und Holocauststudien”, die an High Schools verwendet werden, mit Passagen aus diesem Buch konfrontiert, die als Beispiele für kranke Geister stehen, die einen Völkermord planen und begehen können etc.[124] Kurz gesagt, weit davon entfernt, die wohlverdiente Ruhe zu finden, bleibt Ambassador Morgenthau’s Story auch heute noch eine “lynchende Nadel” im Rumpf der Literatur, die die Türken als reuelose, massenmordende Unholde der Geschichte darstellt.

Obwohl die Absicht dieser Studie weniger darin liegt, die Frage zu untersuchen, ob das Schicksal der osmanischen Armenier als “Völkermord” bezeichnet werden sollte oder nicht, sondern einen Versuch darstellt, zwischen Realität und Dichtung in Ambassador Morgenthau’s Story zu unterscheiden, müssen wir uns doch der weitläufigeren Implikationen, die sie enthält, bewußt sein.

Zusätzlich zu seiner Rolle als Abgesandter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel, muß Morgenthau als Schlüsselfigur in der Verbreitung von Berichten über die von osmanischen Armeniern erduldeten Leiden während des Krieges gesehen werden. Tatsächlich sind es drei Namen, die gewöhnlich mit der Verbreitung der Armenischen Saga während der Krieges in Verbindung gebracht werden. Dies sind Lord Bryce, dessen dokumentarisches Sammelwerk The Treatment of Armenians in the Ottoman Empire[125] aus dem Jahr 1916 ersten Alarm schlug; der deutsche protestantische Pastor Johannes Lepsius, dessen Le Rapport Secret du Dr. Johannes Lepsius sur les Massacres D’Armenie[126] aus den Jahren 1917-18 den Rest Europas in Kenntnis setzte; und Ambassador Morgenthau’s Story, die 1918 gleichzeitig in Europa und den Vereinigten Staaten erschien. Was weniger bekannt ist, ist die Beziehung zwischen diesen drei Werken und insbesondere die Rolle, die Henry Morgenthau in jedem von ihnen spielte.

Am 31. Juli 1915 berichtet Morgenthaus “Tagebuch” folgendes über das erste Treffen zwischen dem amerikanischen Gesandten und dem deutschen Pastor Lepsius:

“Um 15 Uhr sprach Dr. Johannes Lepsius aus Potsdam vor. Er erzählte uns sehr viel über die armenischen Angelegenheiten und war bestrebt, alles zu erfahren, was wir wissen... Lepsius scheint ernsthaft etwas unternehmen zu wollen. Er schlägt vor, von hier nach Genf zu reisen und sich an das Internationale Rote Kreuz, Oberhäupter neutraler Staaten und den Papst zu wenden, um weltweiten Protest kundzutun.”[127]

Der von diesem Treffen handelnde “Familienbrief’ wiederholt Obiges und fügt folgendes hinzu: “Ich arrangierte ein Gespräch zwischen Tsarnados, dem griechischen Chargé d’Affaires und Lepsius, da der Professor erfahren wollte, wie die Griechen behandelt wurden,”[128] Morgenthau war von diesem Treffen so beeindruckt, daß er noch am selben Tag ein chiffriertes Telegramm an Washington sandte, in dem er um Erlaubnis bat, Lepsius alle in der Botschaft vorhandenen, in Akten angelegten Informationen zur Verfügung stellen zu dürfen. Er schrieb:

“Der Doktor [Lepsius] schlug vor, die Angelegenheit vor das Internationale Rote Kreuz zu bringen, um zu versuchen, Deutschland dazu zu bewegen, auf ein Ende dieser Gräueltaten zu dringen. Er verlangt ernsthaft Zugang zu den Informationen, die bet der Botschaft abgelegt sind. Werde sie ihm geben, wenn das Department keine Einwände erhebt.[129]

Obwohl die Bitte um Zugang zu Informationen von Lepsius stammte, ist aus Morgenthaus Schlüssel doch eindeutig zu erkennen, daß er sie billigte.

Ihrem Treffen vorn 31. Juli folgend, lud Morgenthau Lepsius am 3. August zum Abendessen ein. Morgenthaus “Tagebucheintragung” für diesen Tag halt folgendes bezüglich ihrer Unterhaltung fest:

"Wir hatten eine lange und ausführliche Diskussion über armenische Angelegenheiten. Lepsius erzählte uns von seinen vorherigen Aktivitäten in dieser Sache... Lepsius denkt, daß momentan nur wenig getan werden kann, um die Deportationen zu stoppen; aber er will in die Schweiz, nach Genf, reisen, um das Internationale Rote Kreuz aufzurütteln. Ich sagte ihm, er solle mit Helferich sprechen, und erklärte ihm, daß dies das wirtschaftliche Aus für die Türkei bedeute, und daß die Deutschen nur noch “leere Hülsen” vorfinden würden, wenn sie von ihr Besitz ergriffen. Ich schickte nach Schrnavonian, und er gesellte sich zu uns, um nach dem Abendessen an der Diskussion teilzunehmen.”[130]

Am 6. August 1915 erhielt Morgenthau ein chiffriertes Telegramm vom Secretary of State in Washington Robert Lansing, das besagte: “Sie sind ermächtigt, Lepsius nach freiem Ermessen Zugang zu den Akten zu gewähren.”[131]

Am 11. August 1915 besuchte Lepsius Morgenthau dann erneut und informierte ihn darüber, daß er “erwartet hatte, an jenem Nachmittag ein Gespräch mit Enver zu führen, aber daß er wenig Hoffnung habe, etwas zu erreichen; daß die Behörden entschlossen zu sein schienen, ihren Plan auszuführen.”[132]

Am 14. August besucht Lepsius Morgenthau abermals. Das “Tagebuch” gibt folgenden Bericht über ihr Zusammentreffen:

“Lepsius sprach vor, und ich gab ihm einige Berichte zum Lesen und die Übersetzung eines arabischen Pamphlets. Er erzählte mir alles über sein Treffen mit Enver. [Er] war überrascht, wie offen Enver mit ihm über ihre Pläne sprach, die Armenier loszuwerden. Enver sagte ihm, daß dies ihre Chance sei und sie sie nutzen würden. Er sagte ihm das gleiche, was er schon mir mitgeteilt hatte.”[133]

Der “Familienbrief’ vom 23. August 1915 enthält eine Passage, die den ersten Satz der “Tagebucheintragung” zu verstehen hilft, denn aus dem “Tagebuch” geht nicht eindeutig hervor, ob Morgenthau Lepsius lediglich einige Berichte durchsehen ließ (“Ich gab ihm einige Berichte zum Lesen”), oder ob er ihm tatsächlich Kopien der Berichte aus den Botschaftsakten gab. Der “Brief’ zeigt, daß Lepsius tatsächlich Kopien des Materials erhielt:

“Dr. Lepsius sprach vor, und ich gab ihm einige der Berichte, die wir von verschiedenen unserer Konsule erhalten hatten, und auch die Übersetzung eines in Arabisch verfaßten Pamphlets.”[134]

Auch ohne Anführung obiger Passage würde ein einfacher Vergleich der im Lepsius Buch veröffentlichten Berichte mit den von seinen Konsuln und amerikanischen Missionaren an Morgenthau überreichten Berichten deutlich machen, daß Morgenthau bei Lepsius Arbeit eine Schlüsselposition einnahm. In Anbetracht der Tatsache, daß Lepsius während des Krieges nur einen Monat in der osmanischen Hauptstadt verweilte, und daß die Anzahl deutscher Missionare 1m Innern Anatoliens relativ klein war, ist es nicht sehr verwunderlich, daß ein Großteil seines Materials über die Deportationen aus den Quellen protestantischer amerikanischer Missionare stammte. Der Umstand, daß Morgenthaus “Ermessen” darin bestand, Lepsius offenen Zugang zu Unterlagen der Botschaft und Kopien ihres Inhalts zu gewähren, läßt vermuten, daß er bet der Unterweisung Lansings bis an die äußerste Grenze ging.

Noch interessanter ist die Tatsache, daß Morgenthau Lansings halbe Zusage bezüglich Lepsius’ Fall offensichtlich so interpretierte, daß er sein “Ermessen” bei jeder sich bietenden Gelegenheit nutzen könnte. Und die boten sich. Nur knapp einen Monat, nachdem Morgenthau Lansings Chiffre erhalten hatte, erhielt er einen Brief von Lord Bryce, dessen Bekanntschaft er während einer Reise nach Palästina im Jahr 1914 gemacht hatte.

Bryce, der seinen Namen bereits für Wellington Houses propagandistischen Gebrauch von Geschichten über Gräueltaten in dem Fall des Report of the Committee on Alleged German Outrages, oder dem ‘Bryce Report’, wie es gemeinhin genannt wurde, hergegeben hatte, kommt nach Kommentierung der Berichte als “schockierende, an Armeniern begangenen Massakern” zum wahren Anlaß seines Briefes. Er fragt:

“Falls ein Bericht der über den asiatischen Tell der Türkei verstreuten Missionare ihre Botschaft erreichen sollte, der ein Licht auf die Situation werfen kann, würden Sie mir eventuell erlauben, diesen zu sehen? Ihre eigenen Konsularberichte werden wohl selbstverständlich nur an Ihre eigene Regierung gehen.”[135]

Falls Morgenthau sich um eine Erlaubnis in dieser Angelegenheit bemüht haben sollte, so bringt eine sorgfältige Untersuchung seiner Schriftstücke und der General Records des U.S. Department of State, wo sich wohl Kopien seiner Telegramme finden lassen sollten, diese nicht zum Vorschein. Selbst ein flüchtiger Vergleich der Dokumente aus Bryces The Treatment of Armenians in the Ottoman Empire (1916) mit den erhaltenen Kopien der an Morgenthau übermittelten Berichte, macht den Umfang, in dem er als Quelle für Bryce diente, deutlich.[136] Er kümmerte sich auch nicht um Bryces Mahnung (oder war es ein gegenteiliger Hinweis?), daß seine eigenen ‘Konsularberichte’ selbstverständlich nur an das State Department geschickt werden sollten. Denn nur einige Monate, nachdem sie vorlagen, wurden die Berichte des Amerikanischen Konsuls J.B. Jackson aus Aleppo, wenn auch anonym, in dem Bryce-Band veröffentlicht.[137]

Das dies kein Zufall war, d.h. daß die Briten an dieses Material nicht durch andere Quellen gelangt waren, wird durch niemand anderen als Morgenthau selbst bestätigt, der in einem Schreiben an das Red Cross Magazine vom März 1919 folgendes über seine Rolle bei der Zustellung dieses Materials an Bryce aussagt:

“Damit die Fakten In genauer Weise festgehalten werden, habe Ich veranlaßt, daß Aussagen, die mir gegenüber von Augenzeugen über die Massaker gemacht wurden, sorgfältig aufbewahrt werden. Diese Aussagen beinhalten Berichte aller Arten von Flüchtlingen, christlichen Missionaren und anderen Zeugen... Ein Großteil des von mir gesammelten Materials ist schon in der exzellenten Sammlung dokumentarischen Materials, das von Lord Bryce zusammengetragen wurde, veröffentlicht worden.”[138]

Macht man sich einmal klar, daß dieses Material, das das Rückgrat dessen formte, was eines der wirkungsvollsten Beispiele gegen die Türken gerichteter Kriegspropaganda war, von einem Botschafter der neutralen Vereinigten Staaten an den britischen Geheimdienst weitergeleitet wurde, wo es dann als Tell der britischen Bemühungen, die amerikanische öffentliche Meinung gegen die Türken und Deutschen aufzuhetzen, veröffentlicht wurde, mit dem Hintergedanken, Amerika in den Krieg zu verwickeln, kann man nicht umhin, sich über die Diskretion Morgenthaus zu wundern.[139] Und der Bryce-Bericht war auch nicht der einzige britische Propagandaversuch, der sich des Morgenthau-Materials bediente. Arnold Toynbee wurde in einer Studie über britische Propaganda während des Ersten Weltkrieges als der “berühmte Historiker und Mitglied von Wellington House, der so etwas wie ein Spezialist in Sachen Gräueltaten-Propaganda war, der die Türken in Armenian Atrocities: Murder of a Nation (London, 1915) und The Murderous Tyranny of the Turks (London, 1917) beschrieb und verurteilte,” bezeichnet.[140] Was nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, daß viele dieser von Toynbee in seinem Werk von 1915 veröffentlichten Gräueltaten-Geschichten von niemand anderem als Henry Morgenthau geliefert wurden.[141]

Läßt man einmal die wichtigste Frage nach dem Wert des von Morgenthau zur Verfügung gestellten Materials beiseite, so ist doch eine Tatsache unbestreitbar, nämlich seine Schlüsselrolle bei der Entstehungsgeschichte aller Gräueltaten-Bücher mit Bezug auf die Behandlung der Armenier durch die Türken, die während des Krieges entstanden. Durch seine Rolle als Kanal für Material, das dem deutschen Pastor Lepsius, den Engländern Lord Bryce und A. Toynbee u.a. zuflossen, war Henry Morgenthau bereits ein wichtiger Faktor in der Gestaltung der amerikanischen öffentlichen Meinung den Türken und Armeniern gegenüber geworden, lange bevor er dann 1917 an Präsident Wilson mit dem Projekt herantrat, das dann schließlich zu Ambassador Morgenthau’s Story wurde.

Daß solch ein wichtiges Buch bis zu dieser Monographie noch nie Gegenstand irgendeiner veröffentlichten Studie gewesen ist, wäre in jedem anderen historischen Bereich unverständlich, mit Ausnahme dieses engen Unterbereichs, das als “Türkisch-Armenische Geschichte” bekannt ist, und wo allzu oft reine Emotionen als Ersatz für nüchterne Gelehrsamkeit dienen und Propaganda als Geschichte durchgeht.

Was ist schon über an dem armenischen “Völkermord” arbeitende Wissenschaftler zu sagen, die während der letzten Jahrzehnte in ihren Publikationen unaufhörlich die ausgesprochenen Lügen und Halbwahrheiten zitierten, die die Morgenthau “Geschichte” durchziehen, ohne jemals die himmelschreiendsten Widersprüche in Frage zu stellen?[142] Und dies trotz der Tatsache, daß ihre Bibliographien angeben, daß sie die Morgenthau-Schriftstücke in den Kollektionen der Library of Congress, in denen auch sein “Tagebuch” erhalten, ist, verwendet haben.[143]

Man kann nicht umhin, sich zu fragen, wieviele der jungen Armenier, die in den 1970ern und frühen 1980ern zu terroristischen Mördern türkischer Beamter (und Unbeteiligter) wurden, wohl von der Lektüre von Ambassador Morgenthau’s Story beeinflußt worden sind. Wieviele von ihnen kamen wohl dazu, unschuldige Einzelpersonen, die zur Zeit des Ersten Weltkrieges noch nicht einmal geboren waren, als Freiwild terroristischer Anschläge zu betrachten, einfach aufgrund der Tatsache, daß sie ethnische Nachkommen von Talaat Bey waren, der (gemäß Morgenthau) sich damit brüstete, daß er “bezüglich des armenischen Problems in drei Monaten mehr erreicht habe als Abdul Hamid in dreißig Jahren.”

Die Pflicht des Historikers ist, die Wahrheit zu finden, zu hegen und zu erhalten. Man sollte nicht durch die Verbreitung von Phantasien, die man dann als Tatsachen verkauft, und offensichtliche Lügen als Wahrheit, helfen, den Haß zu schüren. Henry Morgenthau, Sr. ist seit 44 Jahren tot. Es ist höchste Zeit, daß sein Buch ebenfalls zur Ruhe gebettet wird, Sein rechtmäßiges Vermächtnis liegt in seinem “Tagebuch”, seinen “Familienbriefen” und in seinen telegraphischen Depeschen und Berichten, die er während seines 26monatigen Aufenthalts in der Türkei in Form von Briefen an das U.S. Department of State sandte. Sie, und nur sie allein, sind die wahre Ambassador Morgenthau’s Story.


[123] Die ‘Congressional Records - Senate’ für die Zeit vom 20. bis 22. und 27. Februar 1910 sind voll von Hinweisen auf Morgenthaus “Geschichte” als Beweis für die Behauptung, daß die osmanischen Armenier Opfer eines von den Türken begangenen “Völkermordes” während des Ersten Weltkrieges waren.
[124] Ein gutes Beispiel (und eines von vielen) ist das Buch von Margot Stern Strom und William S. Parsons: Facing History and Ourselves: (International Education), 1982, ein Lehrplan, der in einer Reihe von Staaten im ganzen Land breite Anwendung findet. Auf den Seiten 316-382 dieses Führers findet sich ein Kapitel mit dem Titel: “The Armenians - A Case of a Forgotten Genocide - Do We Learn From Past Experiences?”, das sich häufig auf Ambassador Morgenthau‘s Story bezieht, einschließlich ausgedehnter Zitate auf den Seiten 322-323, 367-68 und 372.
[125] Great Britain: The Treatment of Armenians in the Ottoman Empire: Documents Presented to Viscount Grey of Fallodon, Secretary of State for Foreign Affairs. Mit einem Vorwort von Viscount Bryce. London (Hodder & Stoughton), 1916. Dieser über 700 Seiten umfassende Band wurde ursprünglich von dem Historiker Arnold Toynbee zusammengetragen. (Im nachfolgenden: Toynbee: Treatment).
[126] Lepsius, Johannes: Le Rapport Secret du Dr. Johannes Lepsius sur les Massacres d’Arménie. Paris (Payot & Cie.), 1918.
[127] LC: PHM - Spulennr. 5: Morgenthaus “Tagebucheintragung” vom 31.
[128] FDR: HMS - Boxnr. 8: Morgenthaus ‘Brief’ vom 9. August 1915, S. 9.
[129] NA: Aufzeichnungsgruppe 59: 867.4016/83 für Morgenthaus Telegramm an den Secretary of State vom 31. Juli 1915. Siehe ebenfalls: LC: PHM - Spulennr. 7: ‘Paraphrase’ in Morgenthaus Papieren des chiffrierten Telegramms an das Department of State vom 31. Juli 1915.
[130] LC: PHM - Spulennr. 5: Morgenthaus “Tagebucheintragung” für den 3. August 1915.
[131] NA: Aufzeichnungsgruppe 59: 867.4016/83 Telegramm Lansings vom 4. August 1915 an Morgenthau. Siehe ebenfalls: LC: PHM - Spulennr. 7: ‘Paraphrase’ in Morgenthaus Papieren des chiffrierten Telegramms von Lansing aus Washington vom 4. August, das er am 6. August 1915 erhielt.
[132] LC: PHM - Spulennr. 5: Morgenthaus “Tagebucheintragurig” vom 11. August 1915.
[133] LC: PHM - Spulennr. 5: Morgenthaus “Tagebucheintragung” vom 14. August 1915.
[134] FDR: HMS - Boxnr. 8: Morgenthaus “Brief” vom 23. August 1915, s. 5.
[135]LC: PHM - Spulennr. 7: Bryces Brief an Morgenthau vom 7. August
1915. Zur Erörterung der Art und Weise, in der Lord Bryce die Glaubwürdigkeit seines Namens den Propaganda-Anstrengungen von Wellington House zur Verfügung stellte, die die Vereinigten Staaten in den Krieg involvieren sollten, siehe: Michael Sanders & Philip M. Taylor, British Propaganda During the First World War, 1914-1918. London (The Macmillan Press), 1982, Seite 143-144. (Im nachfolgenden:
Sanders/Taylor, Propaganda).
[136] Morgenthaus Schriftstücke, insbesondere: LC: PHM - Spulennrn. 7 und 22 enthalten Kopien einer großen Anzahl von Missionars-, Konsular- und Reiseberichten, die Morgenthau zwischen Anfang Mai und Ende 1915 erhielt.
[137]Siehe z.B. Toynbee, Armenians, s. 547: Aleppo: Series of Reports From a Foreign Resident at Aleppo; Communicated by the American Committee for Armenian and Syrian Relief: Report dated 12th May 1915. Der “Ausländer” in Aleppo war niemand anders als der Amerikanische Konsul J.B. Jackson, und die betreffende Passage entstammt direkt einem von ihm an Morgenthau gerichteten Bericht (Siehe LC: PHM - Spulennr. 7)...
[138]Henry Morgenthau, “The Greatest Horror in History”, Red Cross Magazine (März, 1919), s. 8.
[139] Sanders/Taylor, Propaganda: S. 144-46.
[140] Sanders/Taylor, Propaganda: S. 145-46.
[141] Ein Vergleich der Inhalte von Arnold J. Toynbees: Armenian Atrocities: The Murder of a Nation. London (Hodder & Stoughton), 1915, und The Murderous Tyranny of the Turks. London (Hodder & Stoughton), 1917, mit den in den Morgenthau-Schriftstücken erhaltenen Missionars-, Konsular- und Reiseberichten (siehe: LC: PHM - Spulennrn. 7 und 22) belegt diese Tatsache. Auf der Grundlage der erhaltenen Aufzeichnungen ist es unmöglich, mit Sicherheit zu sagen, ob Morgenthau das Material direkt an Bryce/Toynbee weitergab. Er kann dies auch durch einen Mittelsmann getan haben.
[142] Ein gutes Beispìel hierfür ist der armenisch-amerikanische Forscher Richard C. Hovannisian, der von seinen frühesten Werken an wie Richard C. Hovannisian, Armenia on the Road to Independence, 1918. Berkeley (University of California), 1967, S. 52, bis zu seinem letzten:
Richard C. Hovannisian, Hrsg., The Armenian Genocide in Perspective. New Brunswick (Transaction Books) 1986, S. 29-3 (in seinem Artikel “Historical Dimensions, 1978-1923’ betitelt, und wieder auf Seite 112 seines Artikels “The Armenian Genocide and Patterns of Denial”) sehr oft von Morgenthau-Zitaten Gebrauch macht. Offensichtlich wurde Hovannisian, dessen gegenwärtige Aktivitäten sich auf Vorlesungen und das Schreiben über jene konzentrieren, die die historische Realität des armenischen “Völkermordes” verneinen (erst kürzlich sein Artikel: “Patterns of Denial Fail to Veil Genocide”, in Armenian international Magazine, Vol. 1, Nr. 1 (Juli 1990), S. 16-17) würde von einer sorgfältigeren Untersuchung der Quellen, auf die er die Beschreibung der osmanischen Armenier stützt, profitieren.
[143] Richard C. Hovannisian, The Armenian Holocaust: a Bibliography Relating to the Deportations, Massacres, and Dispersion of the Armenian People, 1915-1923. Cambridge, Massachusetts (Armenian Heritage Press), 1980. Bei der Auflistung von Dokumentarkollektionen, die in der U.S. Library of Congress aufbewahrt werden, macht Hovannisian auf Seite 13 folgende Anspielung auf Morgenthaus Schriftstücke: “Henry Morgenthau, Sr. (enthält hunderte von Berichten über ‘die Massaker und den vergeblichen Versuch des Botschafters einzuschreiten)”, Trotz des Unstandes, daß diese “Berichte” eher in die Dutzende als in die Hunderte gehen, beinhaltet Hovannisians Aussage (in Anbetracht des Fehlens von veröffentlichten und auf diesen Schriftstücken beruhenden Studien im Jahr 1980), daß er in der Tat die “Papers of Henry Morgenthau” in der Library of Congress untersucht haben muß.

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